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MedienmitteilungVeröffentlicht am 29. Januar 2026

Sechs Studien zum Wettbewerb in der Schweiz

Bern, 29.01.2026 — Wettbewerb fördert Wohlstand, Innovation und langfristiges Wachstum. Sechs neue Studien des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), die am 29.01.2026 in Bern vorgestellt wurden, analysieren den Wettbewerb in der Schweiz aus unterschiedlichen Perspektiven.

Die Wettbewerbsintensität einer Volkswirtschaft ist entscheidend für den Wohlstand eines Landes. Wettbewerb entsteht einerseits durch die Offenheit gegenüber internationalen Märkten, andererseits durch eine intensive Konkurrenz auf den Binnenmärkten. Unternehmen konkurrieren dabei nicht nur auf den Produkt- und Dienstleistungsmärkten, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt – etwa um qualifizierte Fachkräfte. Demgegenüber kann etwa eine hohe Dichte an Staatsunternehmen den Wettbewerb dämpfen, insbesondere wenn diese gegenüber privaten Anbietern Vorteile geniessen oder Markteintritte erschweren. Die Studienreihe des SECO beleuchtet all diese Aspekte und liefert eine Bestandsaufnahme des Wettbewerbs in der Schweiz unter verschiedenen Gesichtspunkten.

Drei der Studien ordnen den Wettbewerb in der Schweiz aus gesamtwirtschaftlichen Perspektiven ein. Eine davon analysiert die Wettbewerbsintensität und kommt zum Schluss, dass der Wettbewerb in der Schweiz im europäischen Vergleich insgesamt gut funktioniert. Internationale Konkurrenz wirkt im kleinen Binnenmarkt stark disziplinierend. Zugleich bleibt die Konzentration in einzelnen, historisch regulierten Bereichen wie Post- oder Telekommunikationsdienstleistungen aber erhöht.

Eine zweite Studie zeigt: Die Abschaffung der Industriezölle sowie die damit verbundenen administrativen Vereinfachungen haben zu einem messbaren Rückgang der Preise für Konsumgüter geführt. Die Preise dieser Güter sanken in den ersten zwölf Monaten nach Inkrafttreten des IZA im Mittel um rund 1 Prozent gegenüber der Vergleichsgruppe. Davon profitieren die Haushalte, die aufgrund der Preissenkungen um geschätzt rund CHF 180 pro Haushalt jährlich entlastet werden.

Eine dritte Studie untersucht den Arbeitsmarkt in Bezug auf nachvertragliche Konkurrenzverbote («Non-Compete»-Klauseln), welche die Mobilität von Arbeitskräften einschränken können. Solche Klauseln sind in der Schweiz wie in anderen OECD-Ländern verbreitet und reichen weit über besonders sensible Tätigkeiten – wie Führungs- und hochqualifizierte Fachkräfte – hinaus. Zudem sind viele Klauseln weit gefasst oder unvollständig, etwa ohne klare zeitliche oder räumliche Begrenzung.

Wettbewerb ist wichtig für die gesamtwirtschaftliche Produktivität und Effizienz. In vielen Märkten ist die Wettbewerbsintensität im internationalen Vergleich hoch. In einzelnen Bereichen begrenzen jedoch spezifische Regulierungen und Rahmenbedingungen den Wettbewerb.

Drei weitere Studien untersuchen daher ausgewählte Wettbewerbsfragen in spezifischen Märkten. Eine Analyse zum Bankenmarkt nach der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS zeigt: Der Wettbewerb hat sich nicht flächendeckend verschlechtert. In spezialisierten Segmenten bestehen jedoch mögliche Engpässe, etwa bei grossvolumigen Unternehmensfinanzierungen oder bestimmten Kapitalmarkt- und Depotdienstleistungen.

Eine zweite Studie beleuchtet die Rolle administrierter, also staatlich regulierter Preise. Sie zeigt, dass in einzelnen Bereichen wie der postalischen Grundversorgung oder im Bereich staatlicher Importregelungen für Agrargüter Potenzial für wettbewerbsfreundlichere Regulierungsalternativen besteht. Im Zentrum steht dabei häufig die Frage, wie die Preisregulierung Versorgungssicherheit und Preisstabilisierung gewährleisten kann, ohne Wettbewerbspotenzial unnötig zu begrenzen.

Eine dritte Studie richtet den Blick auf staatsnahe Unternehmen. Sie untersucht, ob diese von günstigeren Finanzierungsbedingungen profitieren können, und zeigt auf, wie Transparenz und Governance zur Sicherstellung der Wettbewerbsneutralität beitragen.

Die Studien zeigen, dass der Wettbewerb in der Schweiz insgesamt gut funktioniert. Dennoch bleibt die Wahrung und Intensivierung des Wettbewerbs eine Daueraufgabe für die Wirtschafts- und Wettbewerbspolitik. Gezielte Reformen wie beispielsweise der Industriezollabbau tragen dazu bei, den Wettbewerb in der Schweiz weiter zu stärken und der «Hochpreisinsel Schweiz» erfolgreich entgegenzutreten. Mögliche Verbesserungspotenziale wurden im Bereich der administrierten Preise und Staatsunternehmen identifiziert. Die Ergebnisse der Studien fliessen in die laufenden Arbeiten des SECO zur Stärkung des Wettbewerbs und des Wirtschaftsstandorts ein.

Die Studien sind unter den folgenden Links verfügbar

Die wichtigsten Erkenntnisse finden Sie auch im Magazin «Die Volkswirtschaft».