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DiscoursPublié le 17 juin 2025

Événement réseau de l'Association Suisse de l’Industrie Gazière (ASIG)

Berne, 17.06.2025 — Discours de M. le Conseiller fédéral Guy Parmelin, Chef du Département fédéral de l’économie, de la formation et de la recherche (DEFR) à l’occasion de l'événement réseau de l'Association Suisse de l’Industrie Gazière (ASIG)

Seule la version orale fait foi !

Sehr geehrter Herr VSG-Präsident und Ständerat
Sehr geehrte Frau VSG-Direktorin
Sehr geehrte VSG-Mitglieder
Sehr geehrte Damen und Herren

Die Gasindustrie sieht sich zwei globalen Entwicklungen gegenüber, die sie kaum beeinflussen kann – und denen sie begegnen muss: Der Klimawandel und die damit verbundenen politischen Entscheide sowie die Geopolitik, die 2022 mit dem Ukrainekrieg einen für viele unerwarteten Richtungswechsel erhalten hat. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat uns sehr rasch gezeigt, wie fragil und anfällig eigentlich die internationale Gasversorgung ist. Nicht nur die Branche, auch der Staat hat die Risiken unterschätzt. Die Schweiz, zu 100 Prozent von Gas-Importen abhängig, musste zusammen mit den internationalen Partnern neue Lösungen finden.

Das Ziel ist klar: Die Versorgung musste und muss sichergestellt werden. Während unsere europäischen Partner neue Gas-Lieferanten suchten und fanden, konnten wir innert kurzer Zeit bestehende Instrumente aktualisieren und neue schaffen, um die Versorgungssicherheit zu stärken. Auf der einen Seite wurden Reserven in ausländischen Speichern gebunden und Sparziele definiert, auf der anderen Seite Massnahmen festgelegt, wie im Fall einer Mangellage mit dem noch vorhandenen Gas umgegangen werden soll. Die Massnahmen reichen von Sparappellen und der Umschaltung von Zweistoffanlagen über Verwendungsbeschränkungen und -verboten bis hin zur Kontingentierung.

Ihr Verband hat eine tragende Rolle, gerade im Krisenfall. Das spiegelt sich in der Verordnung über die Organisation zur Sicherstellung der wirtschaftlichen Landesversorgung im Bereich Gaswirtschaft VOGW (OOSG). Im Auftrag der Wirtschaftlichen Landesversorgung wird die vom VSG betriebene Kriseninterventionsorganisation KIO in ausserordentlichen Lagen die Versorgung unseres Landes mit Erdgas sicherstellen. Ebenfalls mit dieser Verordnung lanciert wurde das Erdgas-Monitoring, ein unverzichtbares Instrument, nicht nur in einer Mangellage, sondern auch in normalen Versorgungszeiten.

Es ist der effizienten Zusammenarbeit von Staat und Privatwirtschaft zu verdanken, dass wir heute unsere Interventionsmassnahmen überarbeitet und die erwähnte Krisenstruktur aufgebaut haben. Dazu möchte ich Ihnen an dieser Stelle danken.

Sie wissen aber so gut wie ich, dass die Arbeit nicht zu Ende ist. Wir werden diese Zusammenarbeit weiter intensivieren müssen und dürfen uns nicht noch einmal in falscher Sicherheit wiegen. Deshalb werden wir nächstens die Verordnung VOGW auf langfristige Beine stellen, damit die Versorgungssicherheit nicht mehr von Fristverlängerungen abhängt. So ist die Basis gelegt, damit die Gaswirtschaft ihre Aufgaben bei der Versorgungssicherheit wahrnehmen kann.

Schliesslich hängt die Gas-Versorgung der Schweiz von unseren internationalen Partnern ab, besonders von unseren Nachbarländern. In Form des Gas-Solidaritätsabkommens sichern sich nun die Schweiz, Deutschland und Italien zu, in einer schweren Gas-Mangellage einander beizustehen. Das Gas käme den geschützten Kundinnen und Kunden zugute. Dass dieses Abkommen zustande gekommen ist, darf ruhig als Erfolg bezeichnet werden. Zu verdanken ist das Abkommen auch der bedeutenden Stellung der Schweizer Energieinfrastruktur im Herzen Europas.

Noch nicht vor allzu langer Zeit war es kaum denkbar, dass die Sicherstellung der Versorgung mit einem fossilen Brennstoff derart dringend und nötig ist. Das Schicksal der fossilen Brenn- und Treibstoffe schien besiegelt. Klimawandel, Wende zu erneuerbaren Energien und E-Mobilität waren die neuen Themen. Begriffe wie «CO2-neutral», «fossil-frei» und «Netto-Null» fanden Eingang in unseren Sprachschatz.

Generell hat sich daran nichts geändert. In der Vorgehensweise haben wir uns aber zwangsläufig anpassen müssen. Der geopolitische Wind hat gedreht und Vorsicht und vorausschauendes Handeln ist angesagt. Gas auch als Rückversicherung etwa bei Blackouts, aber auch bei Energiemangellagen, zeigt dessen Stellenwert im heutigen und auch morgigen Energiemix.

Le Conseil fédéral maintient bien sûr le cap fixé en 2019, qui consiste à atteindre la neutralité carbone d'ici 2050. Il a été confirmé dans cette voie par le peuple, qui a accepté la loi sur le climat et l'innovation il y a exactement deux ans. L'objectif de net zéro est ainsi ancré dans la loi.

Parmi tous les programmes qui sont censés nous y conduire, j'aimerais mentionner aujourd'hui un programme en particulier : la stratégie nationale en matière d’hydrogène. Le secteur du gaz a participé à l'élaboration de ces conditions-cadres et il jouera également un rôle important dans leur mise en œuvre.

Pour que la Suisse puisse se doter d'un marché de l'hydrogène, une collaboration étroite entre l'économie, la Confédération, les cantons, les villes et les communes est à nouveau nécessaire. Dans dix ans, la demande en hydrogène sera probablement encore faible et elle pourra être couverte par la production nationale. Toutefois, à partir de 2035, les infrastructures de transport et de distribution en Europe devraient permettre des importations vers la Suisse. Le cadre est posé. J’ai confiance en la capacité de collaboration de tous les acteurs et en la capacité d’innovation de notre pays.

Damit die Schweiz einen Wasserstoffmarkt erhalten wird, braucht es wiederum eine enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden. Die Nachfrage nach Wasserstoff wird noch in zehn Jahren wohl eher gering sein und über die inländische Produktion gedeckt werden können. Voraussichtlich ab 2035 wird aber erwartet, dass dann die Transport- und Verteilinfrastruktur in Europa Importe in die Schweiz ermöglichen werden. Der Rahmen ist gelegt. Ich vertraue auch hier auf die Kooperationsbereitschaft aller Akteure und die Innovationskraft unseres Landes.

Zum Schluss gebe ich Ihnen noch ein ganz aktuelles Beispiel, wie gut der Austausch und die Koordination zwischen Bund und Privatwirtschaft schon funktionieren: Meine frühere Referentin und dann Leiterin der Geschäftsstelle Energie im Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung, Zippora Segessenmann, startet im Juli als CEO der Swissgas AG. Das nenne ich gelebte «Stärkung des partnerschaftlichen Verhältnisses».

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und stehe Ihnen noch gerne für Fragen zur Verfügung.