CHEOPS erfolgreich gestartet – die Suche nach einer «Zwillingserde» geht los!

Bern, 18.12.2019 - CHEOPS ist eine Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA, wobei die Schweiz eine führende Rolle innehat. Nach dem erfolgreichen Start und den üblichen Tests in der Umlaufbahn wird der Satellit Ende März 2020 seinen rund vierjährigen Betrieb aufnehmen. Die damit gesammelten Daten über Exoplaneten werden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf der ganzen Welt erwartet, was die grosse Bedeutung des Beitrags der Schweizer Forschungsgemeinschaft zu dieser Mission unterstreicht.

CHEOPS (CHaracterising ExOPlanet Satellite) ist ein Weltraumteleskop auf einer Satellitenplattform, das von der Universität Bern in enger Zusammenarbeit mit der Universität Genf entwickelt und zusammengebaut wurde. Es ist die erste Mission, die von der Schweiz und der ESA gemeinsam geleitet wird. Im Rahmen der Untersuchung bekannter Exoplaneten wird sich die Mission auf Sterne konzentrieren, die von Planeten mit einer Grösse zwischen jener der Erde und jener von Neptun umkreist werden. Ziel ist es, deren Grösse zu messen sowie ihre Zusammensetzung (fest, gasförmig) und gewisse Eigenschaften ihrer Atmosphäre abzuschätzen. Dies ist ein wichtiger Schritt um herauszufinden, ob einer dieser Planeten bewohnbar sein könnte.

CHEOPS ist die erste Kleinmission betreffend Budget und Entwicklungszeitraum im Rahmen des ESA-Wissenschaftsprogramms und ermöglichte den Schweizer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, ihr technisches Know-how und ihre Führungsqualitäten unter Beweis zu stellen. An der Spitze eines internationalen Konsortiums mit über 100 Forschenden aus 11 Mitgliedsländern der ESA setzte sich die Universität Bern erfolgreich dafür ein, das Projekt unter Einhaltung des Budgets und der Fristen zum Abschluss zu bringen. Erstmals in der Geschichte der ESA-Missionen wird sich das «Science Operations Center» nicht bei der ESA, sondern an der Universität Genf befinden. Hier werden die Beobachtungen geplant, die wissenschaftlichen Operationen geleitet und die Daten analysiert.

50 Jahre nach der ersten Mondlandung, bei der ein wissenschaftliches Instrument der Universität Bern auf dem Mond platziert wurde, wurde nun ein ebenfalls an der Universität Bern entwickeltes und kalibriertes Weltraumteleskop in 700 Kilometern Entfernung zur Erde auf seine Umlaufbahn gebracht. In der Zwischenzeit beteiligte sich die Universität Bern an über 25 Weltraummissionen. Über 80 Unternehmen und Forschungsinstitute in der Schweiz bringen ihr Know-how im Weltraumbereich ein und fördern die Innovation. Die Universität Genf ihrerseits gilt als Pionierinstitution und unverzichtbares Zentrum für die Untersuchung von Exoplaneten. Der Nobelpreis, der letzte Woche zwei Schweizer Forschern der Universität Genf für die Entdeckung des ersten Exoplaneten 1995 verliehen wurde, ist ein starkes Symbol, das die Schweiz in den Mittelpunkt der astronomischen Forschung rückt.

Weltraumnation Schweiz
Als aktive Weltraumnation ist sie der siebtgrösste Beitragszahler der ESA und setzt sich in der Organisation für optimale Rahmenbedingungen für Schweizer Forschende ein. Dank dieser Schweizer Beteiligung an internationalen Projekten sowie an fast allen wissenschaftlichen Missionen der ESA, an robotischen Programmen und bemannten Raumflügen können Schlüsselkompetenzen in unseren Forschungsinstitutionen und der Industrie gestärkt und neue Kompetenzen aufgebaut werden. Die daraus hervorgehenden Weltraumanwendungen sind zwar wenig sichtbar, aber auch für die breite Bevölkerung im Alltag durchaus präsent und von Nutzen. So profitieren wir besonders vom Zugang zu Satellitendaten für meteorologische Vorhersagen, von Navigationssignalen aus dem All und von der Erdbeobachtung mittels Satelliten.

Das wissenschaftliche und industrielle Netzwerk der Schweiz wurde dank der Beteiligung der Schweiz an der ESA gefestigt, deren Industriepolitik sowohl auf Wettbewerbsfähigkeit als auch auf Investitionsrückflüssen für ihre Mitgliedsländer beruht. Die CHEOPS-Mission vereint die höchsten Kompetenzen mehrerer Schweizer Hochschulen und Unternehmen mit jenen anderer Staaten. Sie zeugt nicht nur vom Engagement der Schweiz bei der ESA, sondern ehrt auch ihr leistungsfähiges Bildungssystem, das sich für die ganze Gesellschaft positiv auswirkt.


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Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Abteilung Raumfahrt
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Letzte Änderung 14.02.2019

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