Lehrstellenmarkt 2020 erweist sich als krisenresistent

Bern, 10.09.2020 - Insgesamt spiegeln die von der Task Force «Perspektive Berufslehre 2020» eingeholten kantonalen Trendmeldungen eine stabile Lehrstellensituation. Gesamtschweizerisch sind per Ende August 2020 rund 73'000 Lehrverträge unterzeichnet worden. Dies entspricht 96% der im Vorjahr abgeschlossenen Lehrverträge. Die Zahl der bis August 2020 abgeschlossenen Lehrverträge liegt gesamtschweizerisch sogar leicht über den Vorjahreswerten.

Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt haben während des Sommers 2020 ihre Massnahmen zur Stabilisierung des Lehrstellenmarktes intensiviert. Insbesondere haben sich in den letzten Wochen grosse Aufholeffekte in der Westschweiz und im Tessin ergeben. In einzelnen Regionen der Deutschschweiz sind im Vergleich zu 2019 sogar mehr Lehrverträge abgeschlossen worden.

Unter Berücksichtigung der Verzögerungen im Rekrutierungsprozess wegen des Corona-Lockdowns und mit Blick auf die Verlängerungsfrist für Lehrvertragsabschlüsse bis Herbst 2020 stehen die Chancen gut, dass Jugendliche ohne Anschlusslösung noch eine Lehrstelle finden. Eine verlängerte Anmeldefrist für die Berufsmaturität führte in verschiedenen Kantonen zudem zu einem Anstieg der Einschreibungen von Lehrabgängerinnen und Lehrabgängern für die Berufsmaturität (sogenannte BM2).

Die Stabilisierung des Lehrstellenmarkts ist zum einen auf die hohe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen zurückzuführen. Es zeigt sich, dass die Berufsbildung insgesamt gut aufgestellt ist und die Unternehmen an der Sicherung des Nachwuchses festhalten. Zum anderen haben während der Sommermonate die Kantone und die Organisationen der Arbeitswelt ihre Anstrengungen verstärkt, Jugendliche auf Lehrstellensuche zu unterstützen und ihnen so den Einstieg in die Berufswelt zu ermöglichen. Im Rahmen des von der Task Force «Perspektive Berufslehre 2020» im Mai 2020 lancierten Förderschwerpunktes «Lehrstellen Covid-19» wurden rund 40 Gesuche aus allen Landesteilen beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI eingereicht. Das SBFI bewilligte im Rahmen des Förderschwerpunktes «Lehrstellen Covid-19» beispielsweise Beiträge an ein umfangreiches Massnahmenpaket des Kantons Genf. Der Bund finanziert jedoch keine Beiträge an Lehrberiebe, da sich gemäss regelmässig durchgeführten Studien die Ausbildung von Lernendnen für die Betriebe lohnt. Ebenfalls gutgeheissen hat der Bund das Projekt «Più Duale PLUS» – Promuovere la formazione duale al tempo del Covid-19 – aus dem Kanton Tessin. Dabei geht es unter anderem um Coaching / Mentoring von Jugendlichen und um die Sensibilisierung von Betrieben, damit Lehrvertragsauflösungen vermieden werden können, und um Mobilitätsangebote im Anschluss an die berufliche Grundbildung.


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Letzte Änderung 14.02.2019

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