KMU sparen dank Freihandelsabkommen am meisten Zölle

Bern, 15.02.2021 - Dank Freihandelsabkommen (FHA) haben Schweizer Firmen im Jahr 2019 importseitig insgesamt über 2 Mrd. Franken an Zöllen gespart. Am stärksten profitierten dabei die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit 1'134 Mio. Franken, wie Auswertungen des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen aufzeigen. Über 140'000 Firmen machten von tieferen Importzöllen im Rahmen eines FHA Gebrauch. Rund 55'000 Firmen nutzten gar bei jeder Transaktion ein FHA.

Im Rahmen der Auswertungen wurde untersucht, wie die Firmen beim Import von Waren in die Schweiz die im Rahmen von FHA gewährten Zollpräferenzen nutzen und welche Faktoren diese Nutzung beeinflussen. Diese Arbeiten stellen eine Vertiefung der am 11. August 2020 publizierten Studie zur Nutzung der Freihandelsabkommen dar. Die vertiefte Analyse auf Basis neu aufgearbeiteter Transaktionsdaten ergab, dass kleinere Firmen in höherem Umfang von FHA profitieren als grössere Firmen. Während grosse Unternehmen mit über 250 Beschäftigten im Jahr 2019 dank FHA rund 728 Mio. CHF an Zöllen einsparten, waren es bei den KMU insgesamt 1’134 Mio. Franken. Die verbleibenden Zolleinsparungen in Höhe von 221 Mio. CHF entfallen auf Firmen unbekannter Grösse. Über alle Firmen hinweg liegt die Einsparquote (der Anteil der möglichen Zolleinsparungen, welcher auch tatsächlich realisiert wurde) bei 84 Prozent.

Weiter zeigt die Analyse, dass Unternehmen FHA insbesondere dann nutzen, wenn die möglichen Zolleinsparungen hoch sind. Ist die Präferenzmarge (Differenz zwischen regulärem und präferenziellem Zollsatz) gross, wirkt sich dies positiv auf die Nutzung des FHA aus. Allerdings liegt die Nutzungsrate bereits bei einer vergleichsweise geringen Präferenzmarge von zwei Prozentpunkten bei über 71%. Ab einer Präferenzmarge von zehn Prozentpunkten liegt die durchschnittliche Nutzung sogar bei über 85%. Dass die Nutzung nicht bei 100% liegt, ist ein Hinweis darauf, dass mit der Nutzung von FHA gewisse Kosten verbunden sind.

Die Analyse liefert neue Erkenntnisse zu diesen Kosten: Beispielsweise nutzen Firmen, welche ein FHA bereits einmal genutzt haben, dieses auch bei zukünftigen Importen häufiger als andere Firmen. Dies deutet darauf hin, dass die Nutzung von FHA neben variablen Kosten auch mit Eintrittskosten verbunden ist, wie etwa dem Lernaufwand, sich mit den Ursprungsregeln vertraut zu machen. Wurden diese Kosten einmal aufgebracht, wird das FHA auch später regelmässig genutzt.

Basierend auf den neu gewonnenen Erkenntnissen wird das SECO Kontakt mit Vertretern der betroffenen Branchen aufnehmen, um Hindernisse bei der Verwendung von FHA zu eruieren und wo möglich zu beheben.

Weiter hat das SECO den FHA-Monitor aktualisiert. Dieser enthält nun Daten zu den Handelsjahren 2016 bis 2019. Der FHA-Monitor fasst die wichtigsten Informationen für jedes Freihandelsabkommen der Schweiz auf der Import- und Exportseite anhand wichtiger Kennzahlen zusammen. Neu ist der Monitor zudem auf Französisch und Englisch verfügbar.


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Letzte Änderung 14.02.2019

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