OECD-Analyse zur Wirtschaftspolitik der Schweiz: Dringender Reformbedarf bei der Altersvorsorge

Bern, 04.11.2019 - In ihrem jüngsten Bericht zur Wirtschaftspolitik der Schweiz empfiehlt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) eine Reform der Altersvorsorge. Zur Sicherung der langfristigen Finanzierung seien in Anbetracht des demographischen Wandels Anpassungen überfällig. Konkret empfiehlt die OECD eine Erhöhung des Rentenalters, eine Senkung des Umwandlungssatzes der zweiten Säule sowie Massnahmen zur Förderung der Erwerbstätigkeit. Weiter macht die OECD auf Hürden aufmerksam, welche die digitale Transformation in der Schweiz behindern.

Die OECD stellt der Schweiz im Allgemeinen ein gutes Zeugnis aus: Die Schweiz schneidet sowohl bei vielen wirtschaftlichen Indikatoren, als auch bei der Gesundheit, im Bildungsbereich sowie bei der Lebensqualität im internationalen Vergleich sehr gut ab.

Reformvorschläge für Altersvorsorge
Der Schwerpunkt des OECD-Berichts bildet die Analyse der volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Alterung. Gemäss der OECD bietet die Schweizer Altersvorsorge derzeit angemessene Einkommen im Alter. Insbesondere aufgrund der steigenden Lebenserwartung seien Reformen des Systems aber unumgänglich. Mangelnde Reformen würden das Wirtschaftswachstum dämpfen und die öffentlichen Finanzen stark belasten. Die OECD empfiehlt in einem ersten Schritt Rentenalter 65 für beide Geschlechter. In einem zweiten Schritt soll das Rentenalter schrittweise auf 67 erhöht werden und danach an die Lebenserwartung geknüpft werden. Zudem wird empfohlen, den Umwandlungssatz der zweiten Säule zu senken und ihn künftig auf dem Verordnungsweg festzulegen. Ergänzend empfiehlt sie verschiedene Massnahmen zur Förderung der Erwerbstätigkeit bis ins Rentenalter und darüber hinaus. Die OECD analysiert im Zusammenhang mit der Alterung der Gesellschaft auch das Schweizer Gesundheitssystem. Hier empfiehlt sie neben der Weiterführung der Massnahmen zur Kostendämpfung eine Verbesserung der Alterspflege. 

Digitale Transformation erleichtern
Die OECD hält fest, dass sich die Schweiz bei der Digitalisierung in einer guten Ausgangslage befindet. Die digitale Transformation werde in der Schweiz jedoch durch einen IT-Fachkräftemangel und ein teilweise zu rigides Wettbewerbsumfeld behindert. Die OECD empfiehlt deshalb, Markteintrittsbarrieren abzubauen sowie den Wettbewerb zu stärken. Die OECD begrüsst schliesslich die geplante Einführung der elektronischen Identität E-ID.

Weitere Informationen zum Bericht können auf folgender Internet-Seite abgerufen werden:
www.oecd.org/economy/switzerland-economic-snapshot/


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Last modification 27.04.2016

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